Pflanze des Monats September: Der Wermut

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Dort, wo der Wermut aus Gärten verwildert ist, findet man ihn an Flussufern,  Wegrändern und bis in 2000 Metern Höhe. Auffallend sind seine silbrigen Blätter und sein würziger Geruch. Wenn man genauer hinschaut, kann man zur Blütezeit unzählige kleine gelbe Blüten erkennen. Der Wermut verträgt sich nicht so gut mit anderen Pflanzen und sollte im Garten einen Einzelstandort bekommen. Hier wird er sehr zuverlässig Mäuse fern halten.
In Klosterbibliotheken setzte man der Tinte etwas Wermutextrakt zu, um Mäuse und andere Ungeziefer von den Büchern fern zu halten.
Ein Wermutzweig unter dem Kopfkissen soll gegen Schlaflosigkeit helfen.
Der bekannte französische Absinth wird aus Wermut gebrannt.

Verwendung in der Heilkunde: Verwendet werden Blüten und Blätter meist in Form von Tee, Tinktur oder als Weinzubereitung.  Wermut wirkt anregend auf den Stoffwechsel und hat eine stark kräftigende Wirkung auf die Verdauungsorgane. Er regt die Verdauung an, reguliert den Stuhl  und mobilisiert die körpereigenen Abwehrkräfte. Wermut sollte aufgrund des Thujongehaltes in den ätherischen Ölen und seiner Bitterstoffe nur kurmäßig über max. 2 Wochen eingesetzt werden. Er findet Verwendung in Form von Tee oder Tinktur bei Magen-, Darm- und Galleerkrankungen. Tee-, oder Tinkturkompressen finden Verwendung bei rheumatischen Schmerzen und Entzündungen. In der Schwangerschaft ist Wermut nicht angebracht. Auch stillende Mütter sollten auf  Wermuttee verzichten, die Milch schmeckt bitter und wird u. U. abgelehnt.

(Bach-)Blütenessenz: Ist unter dem Namen Sagebrush als kalifornische Blütenessenz bekannt. Sagebrush unterstützt die Lösung von alten Gewohnheiten und nicht mehr passendem Selbstbild. Die Essenz verhilft zu Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein. Sie fördert eine ehrliche Selbstdarstellung und unterstützt das Loslassen alter, nutzloser Gewohnheiten.

Hildegard von Bingen: “ Der Wermut ist sehr warm und sehr kräftig und der wichtigste Meister gegen alle Erschöpfungen…und ein Mensch, der von sehr starker Gicht geplagt wird,sodass seine Glieder  sogar zu zerbrechen drohen, den salbe mit Wermut, und er wird geheilt.
..und wenn der Wermut frisch ist, zerstoß ihn und drücke seinen Saft durch ein Tuch, dann koch Wein mit Honig ein wenig und gieß diesen Saft in den Wein, sodass derselbe Saft den Wein und den Honig an Geschmack übertrifft. Und dies trinke er nüchtern von Mai bis Oktober jeden dritten tag, und es unterdrücktdie Melancholie in dir, und es macht deine Augen klar, und es stärkt das Herz, und es lässt nicht zu, dass deine >Lunge krank wird. Es wärmt den Magen, es reinigt die Eingeweide, und es bereitet eine gute Verdauung.“ (aus: das Pflanzen- und Kräuterbuch Hildegard von Bingen)

Verwendung in der Küche: Aufgrund seiner Bitterstoffe findet der Wermut keine mir bekannte Verwendung in der Küche. Die Teezubereitung dient dem Zweck der Gesunderhaltung.

Wermutwein

40 g Wermutblätter oder Blüten
1 l Weißwein

Blüten/ Blätter in den Weißwein geben und 5 Tage ziehen lassen. Dann abseihen und likörgläschenweise trinken.