Pflanze des Monats August: Die Weinraute

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Die Weinraute wächst im Mittelmeerraum. Bei uns findet man sie in Klostergärten, oder gut bestückten privaten Kräutergärten. Bisweilen auch in Parks. Die Blätter sind grau-grün. Von Juni bis September blüht die Raute mit kleinen gelben Blüten. Da sie eine Pflanze des Südens ist, braucht sie bei uns einen Winterschutz (z.B. Abdeckung mit Tannenzweigen). Bei einer Höhe von ca. 40 cm kann man sie gut als Beeteinfassung nutzen.
Räucherungen mit Raute schützten Haus, Stall Mensch und Tier vor dem Neid Anderer. Im Klostergarten war sie ein wichtiger Bestandteil, schützte sie doch die Mönche vor den Begierden des Fleisches.
Bei den Frauen war sie ein beliebtes Abtreibungskraut, da sie die Blutzufuhr in den unteren Organen erhöht, und so eine Fehlgeburt verursachen kann! Aus diesem Grund war der Rautengarten in Paris durch ein Gitter geschützt.

Verwendung in der Heilkunde: Empfindliche Menschen können beim Pflücken Bläschen auf der haut bekommen! Weinrautentinktur wird äußerlich eingesetzt bei Rheuma und Gicht. Kompressen mit Tee getränkt helfen bei Hautausschlägen und Schwellungen nach Verletzungen. Weinrautentee hat eine reinigende Wirkung auf die Nieren, die Blase und die Leber. Er wird angewendet bei Schwindelanfällen, Kopfschmerzen, Herzklopfen und Magenschmerzen. Weitere Eigenschaften der Raute sind: verdauungsfördernd, krampflösend, blutungsfördernd, hautreizend, nervenstärkend, kräftigend, augenstärkend und blutdrucksenkend.
Raute sollte immer nur sparsam und kurmäßig verwendet werden.

Hildegard von Bingen: „Die Raute wächst mehr aus dem starken und vollem grün der Erde als von der Wärme. Denn die Wärme der Raute vermindert die unrechte Wärme der Melancholie und mäßigt die unrechte Kälte der Melancholie. Und so wird es dem Menschen, der melancholisch ist besser gehen, wenn er sie nach anderen Speisen isst.“

(Bach-) Blütentherapie: Die Essenz hilft, den wahren Kern einer Sache zu erkennen, und verhilft in anstrengenden Zeiten zu mehr innerer Stärke und Schutz.

Verwendung in der Küche: Frische oder auch getrocknete Raute wird in den südlichen Ländern als sparsames aber häufig genutztes Gewürz zu Fleisch-, Fisch- und Käsegerichten verwendet